Merken Ein Bekannter aus Tokio brachte mir einmal ein Päckchen Hojicha-Tee mit, und ich wusste zunächst nicht viel damit anzufangen. Dann probierte ich es in einem winzigen Café und sah, wie die Barista damit ein samtiges Mousse zubereitete – nicht mit schwerer Sahne, sondern federleicht und voller dieser gerösteten, nussigen Tiefe. Seitdem versuche ich, diese elegante Leichtigkeit in meiner eigenen Küche zu recreieren, und dieses Rezept ist das Ergebnis von vielen Versuchen und glücklichen Unfällen.
Ich habe dieses Mousse zum ersten Mal für eine Freundin gemacht, die plötzlich Laktose vermeiden musste. Sie saß an meinem Küchentisch und schaute zu, wie ich nervös das Eiweiß schlug, und fragte, ob es ohne Sahne überhaupt funktionieren würde. Als sie den ersten Löffel probierte, sah ich diese kleine Überraschung in ihren Augen, und das war mehr wert als jedes Kompliment.
Zutaten
- Hojicha-Teeblätter: Zwei Esslöffel reichen aus, um der ganzen Mousse einen subtilen, gerösteten Geschmack zu geben – nicht überwältigend, sondern elegant.
- Vollmilch: Diese wird infundiert, also achte darauf, dass sie nur dampft, nicht kocht, sonst wird der Tee bitter.
- Große Eier, getrennt: Die Eigelbe sorgen für Reichhaltigkeit, die Eiweiße für diese wundersame Leichtigkeit.
- Granulierter Zucker: Sechzig Gramm insgesamt – teile ihn in zwei Portionen auf, eine für das Eigelb, eine für die Eiweiße.
- Vanilleextrakt: Ein Teelöffel verstärkt den Hojicha-Geschmack, ohne ihn zu überlagern.
- Speisestärke: Ein Esslöffel hilft dem Eigelbsaft, richtig zu verdicken, ohne zu brechen.
- Pulvergelatine: Zwei Teelöffel stabilisieren das ganze Mousse und halten es fest, aber nicht gummiartig.
- Kaltes Wasser: Zwei Esslöffel zum Erblühen der Gelatine – dabei passiert fast Magie.
- Geröstete Hojicha-Teeblätter oder Kakaonibs: Zum Garnieren, für einen letzten Hauch von Geschmack und eine schöne Präsentation.
Anleitung
- Die Milch aufwärmen und infundieren:
- Gieße die Milch in einen Topf und höre auf zu rühren, sobald sie anfängt zu dampfen – genau dieser Moment ist wichtig. Streue die Teeblätter hinein, decke den Topf ab und lass ihn zehn Minuten sitzen, während der Duft sich überall ausbreitet.
- Die Gelatine erblühen lassen:
- Streue die Gelatine über kaltes Wasser in einer kleinen Schüssel und lass sie fünf Minuten ruhen. Sie wird schwammig und bereit, aufgelöst zu werden.
- Das Eigelbgemisch vorbereiten:
- In einer hitzefesten Schüssel Eigelbe, dreißig Gramm Zucker und Speisestärke zusammen schlagen, bis die Mischung hell und schaumig wird. Gieße die abgeseihte, leicht abgekühlte Hojicha-Milch langsam ein und rühre die ganze Zeit.
- Die Mischung verdicken:
- Stelle diese Schüssel über einen Topf mit köchelndem Wasser (ein Bain-Marie, wie die Franzosen sagen) und rühre ständig, bis die Mischung anfängt, die Rückseite eines Löffels zu überziehen – das dauert drei bis fünf Minuten, und Du wirst sehen, wie sich die Textur ändert. Nimm die Schüssel vom Feuer.
- Die Gelatine einarbeiten:
- Rühre die erblühte Gelatine in die heiße Hojicha-Mischung ein und rühre, bis alles vollständig aufgelöst ist. Füge den Vanilleextrakt hinzu und lass die ganze Sache abkühlen, während Du gelegentlich umrührst.
- Das Eiweiß schlagen:
- In einer sauberen Schüssel Eiweiße mit einem Mixer schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden. Gib den restlichen Zucker peu à peu hinzu und schlage weiter, bis die Mischung glänzend und steif wird – dieser Moment ist magisch.
- Alles zusammenfalten:
- Nimm ein Drittel des geschlagenen Eiweiß und falte es sanft in die abgekühlte Hojicha-Mischung ein, um sie aufzulockern. Dann falte die restlichen zwei Drittel ein, und arbeite behutsam, als würdest Du eine Wolke bearbeiten.
- In Gläser oder Förmchen füllen:
- Verteile die Mousse in vier Serviergläser oder Förmchen. Die Textur sollte schon ziemlich cremig aussehen.
- Abkühlen und servieren:
- Stell alles mindestens zwei Stunden ins Kühlfach, bis es fest wird. Garniere mit etwas geröstetem Hojicha-Tee oder Kakaonibs, kurz bevor Du servierst.
Merken Eines Abends, als ich diese Mousse zum zweiten Mal machte, merkte ich, wie meine Mitbewohnerin mich fragte, ob ich einen neuen Job angenommen hätte – sie dachte, ich hätte etwas Großartiges und Kompliziertes gemacht. Ich lachte und zeigte ihr die einfache Liste von Zutaten. Das war der Moment, in dem ich wusste, dass dieses Rezept etwas Besonderes war, weil es leicht aussieht, aber sich anfühlt wie ein Geschenk.
Die Magie des Hojicha
Hojicha ist kein Grüntee – es ist grüner Tee, der geröstet wurde, bis er dunkelbraun wird. Dieser Prozess nimmt die Bitterkeit weg und hinterlässt etwas Wärmeres, fast Schokoladiges. Wenn Du das erste Mal damit arbeitest, könnte es sich seltsam anfühlen, Tee in eine süße Mousse zu verwandeln, aber das ist genau das, was funktioniert.
Warum keine Sahne?
Ich habe es mit Sahne versucht, und ehrlich gesagt, sie überlagert den feinen Geschmack von Hojicha. Das geschlagene Eiweiß gibt Dir all die Leichtigkeit, die Du brauchst, ohne das Aroma zu vermassen. Das erste Mal, als ich das herausfand, war es so eine einfache, aber lebensverändernde Erkenntnis.
Tipps zum Perfektionieren
Die Temperatur ist hier Dein Freund – achte darauf, dass die Hojicha-Milch nur warm, nicht kochend heiß ist, wenn Du sie zu den Eigelben gießt, sonst könnten sie gerinnen. Und wenn Du eine pflanzliche Variante möchtest, funktioniert Hafermilch oder Mandelmilch wirklich gut, obwohl die Hafermilch einen subtileren Geschmack bewahrt.
- Siebe den Hojicha-Tee fein, um eine glattere Textur ohne Partikel zu bekommen.
- Mache das Mousse nie mehr als vier Stunden im Voraus, da es anfangen kann, leicht zu splittern.
- Serviere es leicht gekühlt, nicht eiskalt – Du wirst alle Geschmacksnuancen besser schmecken.
Merken Dieses Mousse ist meine stille Art zu sagen, dass die besten Desserts nicht schwer sein müssen, um unvergesslich zu sein. Jede Schüssel ist eine kleine Einladung, innezuhalten und etwas wirklich Schönes zu genießen.
Fragen rund um das Rezept
- → Was ist Hojicha?
Hojicha ist ein gerösteter japanischer Grüntee, der durch das Rösten ein mildes, nussiges Aroma entwickelt und weniger Koffein enthält als ungeröstete Grünteesorten. Seine würzigen Noten passen hervorragend zu Desserts.
- → Kann ich die Mousse ohne Gelatine zubereiten?
Für eine vegane Variante können Sie Agar-Agar als Gelatineersatz verwenden. Ersetzen Sie die zwei Teelöffel Gelatine durch etwa anderthalb Teelöffel Agar-Agarpulver und lassen Sie die Mousse etwas länger im Kühlschrank fest werden.
- → Wie lange bleibt die Mousse frisch?
Die Hojicha Mousse hält sich verschlossen im Kühlschrank bis zu drei Tage. Für beste Textur und Aroma empfiehlt sich jedoch der Verzehr innerhalb von 24-48 Stunden nach der Zubereitung.
- → Welcher Tee eignet sich als Alternative?
Matcha bietet eine intensivere grüne Note, während Earl Grey eine florale Variante ergibt. Der charakteristische geröstete Geschmack bleibt jedoch am besten mit authentischem Hojicha erhalten.
- → Warum werden die Eier getrennt verarbeitet?
Die Eigelb binden die aromatisierte Milchbasis und sorgen für Cremigkeit, während die steif geschlagenen Eiweiße für die charakteristische luftige Textur sorgen. Dieses Vorgehen garantiert eine besonders leichte Konsistenz ohne Zusatz von Sahne.
- → Kann ich die Mousse vorbereiten?
Ja, die Mousse eignet sich hervorragend zur Vorbereitung. Sie können sie bis zu 24 Stunden vor dem Servieren zubereiten und im Kühlschrank kaltstellen. Garnieren Sie sie erst kurz vor dem Servieren mit den Toppings Ihrer Wahl.