Merken An Herbstnachmittagen, wenn die Küche dampft und das Licht schräg durch die Fenster fällt, koche ich am liebsten Suppen, die grün sind und nach fernen Gewürzen duften. Diese Spinat-Koriander-Zitronengras-Suppe entstand aus einer Gemüsekiste, die zu viel Spinat und einen einsamen Zitronenengras-Stängel enthielt. Ich wollte etwas Leichtes, aber Wärmendes, etwas, das nach Frische und gleichzeitig nach Geborgenheit schmeckt. Die Kokosmilch macht sie samtig, der Koriander wild und lebendig. Seitdem koche ich sie immer wieder, wenn ich das Gefühl brauche, dass die Welt ein bisschen heller wird.
Ich erinnere mich an einen Abend, als Freunde spontan vorbeikamen und ich nichts vorbereitet hatte außer dieser Suppe im Topf. Wir saßen um den Küchentisch, tauchten knuspriges Brot in die grüne Cremigkeit und redeten über alles Mögliche. Einer meinte, die Suppe schmecke wie ein warmer Sommerregen in einer Schüssel. Seitdem nenne ich sie heimlich so. Manchmal braucht es nicht viel, nur ein paar gute Zutaten und Menschen, die gerne essen.
Zutaten
- Frischer Spinat (200 g): Er wird seidig weich und gibt der Suppe ihre leuchtend grüne Farbe, am besten junge Blätter verwenden, die nicht bitter sind.
- Frischer Koriander (1 kleiner Bund): Stiele und Blätter getrennt nutzen, die Stiele bringen Tiefe, die Blätter Frische kurz vor dem Pürieren.
- Zitronengras (1 Stängel): Die äußere Schicht entfernen und fein schneiden, es duftet zitronig und leicht nach Ingwer, unverwechselbar.
- Zwiebel (1 mittelgroße): Sie gibt der Suppe eine süßliche Basis, fein gehackt und in Kokosöl sanft angeschwitzt.
- Knoblauch (2 Zehen): Frisch gehackt entfaltet er seinen vollen Geschmack, nicht zu lange braten, sonst wird er bitter.
- Ingwer (2,5 cm Stück): Frisch gerieben bringt er Wärme und eine leichte Schärfe, die perfekt zur Kokosmilch passt.
- Grüne Chili (1, optional): Entkernt und gehackt für alle, die es gerne etwas pikanter mögen, ansonsten einfach weglassen.
- Kokosmilch (400 ml): Vollfette Kokosmilch aus der Dose macht die Suppe herrlich cremig und mild, nicht mit Kokoswasser verwechseln.
- Gemüsebrühe (500 ml): Sie verdünnt die Kokosmilch und bringt Tiefe, am besten selbstgemacht oder hochwertig aus dem Glas.
- Kreuzkümmel (1 TL): Gemahlen, er duftet erdig und rundet die Gewürze ab, kurz anrösten für mehr Aroma.
- Korianderpulver (1 TL): Nicht zu verwechseln mit frischem Koriander, das Pulver schmeckt leicht süßlich und zitronig.
- Kurkuma (1/2 TL): Gemahlen, für die goldene Farbe und eine leicht erdige Note, färbt aber auch die Finger.
- Kokosöl (1 EL): Zum Anbraten, neutrales Öl geht auch, aber Kokosöl passt geschmacklich perfekt zur Kokosmilch.
- Salz und Pfeffer: Nach Geschmack abschmecken, erst am Ende, wenn alle Aromen sich entfaltet haben.
- Frische Korianderblätter und Limettenspalten: Zum Garnieren, der Spritzer Limette macht die Suppe erst richtig lebendig.
Zubereitung
- Zwiebeln sanft anschwitzen:
- Kokosöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen, die gehackte Zwiebel hineingeben und 2 bis 3 Minuten glasig dünsten. Der Duft wird süß und einladend, nicht bräunen lassen.
- Aromatische Basis aufbauen:
- Knoblauch, Ingwer und Zitronengras zugeben, unter häufigem Rühren etwa 2 Minuten mitbraten, bis es intensiv duftet. Hier entsteht die Seele der Suppe.
- Gewürze entfalten:
- Kreuzkümmel, Korianderpulver, Kurkuma und optional die grüne Chili einrühren, etwa 1 Minute rösten. Die Gewürze beginnen zu duften und werden lebendig, pass auf, dass nichts anbrennt.
- Grünes hinzufügen:
- Spinat und Korianterstiele in den Topf geben, 2 bis 3 Minuten sautieren, bis der Spinat zusammenfällt. Er schrumpft überraschend schnell, keine Sorge.
- Flüssigkeit und Simmern:
- Kokosmilch und Gemüsebrühe angießen, alles zum sanften Köcheln bringen und 10 bis 12 Minuten ziehen lassen. Die Aromen verbinden sich, die Küche riecht nach Urlaub.
- Koriander und Pürieren:
- Vom Herd nehmen, die meisten Korianderblätter (ein paar zum Garnieren aufheben) hinzufügen und mit dem Stabmixer glatt pürieren. Die Suppe wird samtig und leuchtend grün.
- Abschmecken und Servieren:
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken, bei Bedarf nochmal kurz erwärmen. Heiß servieren, mit frischen Korianderblättern bestreuen und Limettenspalten dazu reichen, der Spritzer Säure macht alles perfekt.
Merken An einem kalten Februarabend kochte ich diese Suppe für meine Mutter, die eigentlich skeptisch gegenüber allem Grünen ist. Sie probierte vorsichtig, dann noch einen Löffel, dann fragte sie nach dem Rezept. Wir saßen in der warmen Küche, während draußen Schnee fiel, und sie meinte, die Suppe schmecke nach Hoffnung. Manchmal kann Essen genau das sein, ein kleines Versprechen, dass alles gut wird.
Variationen und Anpassungen
Wenn du die Suppe etwas sättigender magst, füge eine kleine geschälte und gewürfelte Kartoffel zusammen mit dem Spinat hinzu und lasse sie weich köcheln, bevor du pürierst. Das macht die Textur noch cremiger und gibt der Suppe mehr Substanz. Für eine nussige Note kannst du beim Servieren geröstete Cashews oder Sesam darüberstreuen. Wer es schärfer mag, gibt einfach mehr Chili hinzu oder ein paar Tropfen Sriracha beim Servieren. Die Suppe ist unglaublich anpassungsfähig und verzeiht Experimente.
Aufbewahrung und Planung
Die Suppe hält sich im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter etwa 3 Tage und schmeckt am nächsten Tag sogar noch intensiver, weil die Gewürze Zeit hatten, sich zu entfalten. Beim Aufwärmen sanft erhitzen und gegebenenfalls etwas Gemüsebrühe oder Kokosmilch nachgießen, falls sie zu dick geworden ist. Einfrieren geht auch, in Portionen abgefüllt bis zu 2 Monate, nur die Garnitur immer frisch zubereiten. Ich koche oft die doppelte Menge und freue mich dann mitten in der Woche über ein schnelles, köstliches Mittagessen.
Was dazu passt
Diese Suppe liebt knuspriges Brot, am besten ein rustikales Sauerteigbrot oder geröstetes Naan, das in die cremige Flüssigkeit getunkt wird. Gedämpfter Jasminreis macht sie zu einer vollständigen Mahlzeit, besonders wenn du hungrig bist. Ein frischer Salat mit Gurke, Minze und Limette ist die perfekte leichte Begleitung. Zum Trinken passt ein kühler Riesling oder einfach Kokoswasser mit Eis, wenn du das tropische Gefühl weitertragen möchtest.
- Immer frische Limette zum Servieren bereithalten, der Säurespritzer hebt alle Aromen auf eine neue Ebene.
- Wenn du keinen Stabmixer hast, Vorsicht beim Pürieren im Standmixer, immer nur halb voll machen und ein Geschirrtuch über den Deckel legen.
- Rest-Koriander in Eiswürfelformen mit etwas Wasser einfrieren, so hast du immer frisches Grün zur Hand.
Merken Diese Suppe ist mehr als nur ein Rezept, sie ist ein kleiner Moment der Ruhe in einem lauten Tag. Ich hoffe, sie wärmt dich genauso wie mich, immer wieder.